Episode
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Zwei Prozent für mehr Gerechtigkeit
Gabriel Zucman plädiert in „Reichensteuer – aber richtig!“ für eine Mindeststeuer von zwei Prozent auf sehr große Vermögen. Der renommierte Ökonom verbindet empirische Analyse mit politischer Argumentation und zeigt, wie das Modell auch in Deutschland umgesetzt werden könnte.
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Zukunft als Do-it-Yourself-Programm
Florence Gaub macht die Leser in „Szenario – Die Zukunft steht auf dem Spiel“ zu politischen Beratern. Mit der Methode der Szenariotechnik zeigt sie, wie Weltpolitik durch Entscheidungen geprägt wird. Das Buch verbindet Analyse, Planspiel und Ermutigung zur Selbstwirksamkeit.
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Motor aus dem 3D-Drucker
MIT-Forschende haben eine Multimaterial-3D-Druckplattform entwickelt, die elektrische Maschinen in einem einzigen Prozess fertigen kann. Demonstriert wurde ein linearer Elektromotor, der in drei Stunden gedruckt wurde und nur minimale Nachbearbeitung benötigt. Die Technik könnte Lieferketten verkürzen und Ersatzteile direkt vor Ort ermöglichen.
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Mond in Bewegung
Smithsonian-Forschende haben erstmals eine globale Karte kleiner Mare-Rücken auf dem Mond erstellt. Die Strukturen sind geologisch jung und weit verbreitet. Sie entstehen durch dieselben tektonischen Kräfte wie bekannte Steilwände im Hochland. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit künftiger Mondbeben – relevant für Artemis und künftige Landestellen.
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Smart Clothing statt Fitnesstracker?
Forschende am King’s College London zeigen, dass Sensoren an locker sitzender Kleidung Bewegungen präziser erfassen als hautnahe Wearables. Laut Studie steigt die Genauigkeit um 40 Prozent bei 80 Prozent weniger Daten. Das könnte Smart Clothing ermöglichen, medizinische Diagnostik verbessern und Robotik sowie Film-Motion-Capture effizienter machen.
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Paveway, oder: Die Illusion vom sauberen Krieg
Jeffrey E. Stern erzählt in „The Warhead“ die Geschichte der Präzisionswaffe Paveway, entwickelt von Texas Instruments im Vietnamkrieg. Das Buch zeigt, wie gelenkte Bomben die Kriegsführung veränderten, und warum „chirurgische“ Angriffe trotzdem zivile Opfer fordern und politische Hybris fördern.
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Per Zufall aus der Filter-Bubble?
Eine Studie der University of Rochester zeigt: Echokammern in sozialen Medien sind nicht zwangsläufig, sondern teils Designentscheidung. Mehr algorithmischer Zufall könnte Nutzerinnen und Nutzer häufiger mit anderen Perspektiven konfrontieren und starre Überzeugungen lockern. Personalisierung bliebe möglich – aber mit mehr Vielfalt und weniger Polarisierung.
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Verlangsamt sich das Artensterben?
Eine neue Studie der University of Arizona zeigt: Das globale Artensterben hat sich über viele Tier- und Pflanzengruppen hinweg verlangsamt. Frühere Annahmen vom beschleunigten Massensterben könnten auf falschen Hochrechnungen beruhen. Dennoch warnen die Forschenden, dass der Verlust von Lebensräumen weiterhin eine zentrale Bedrohung bleibt.
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Superstarke Muskeln für Soft-Robots
Ein Team der University of Waterloo hat weiche, gummiartige Materialien entwickelt, die bis zu neunmal stärker sind als bisherige Varianten. Durch den Zusatz von Flüssigkristallen könnten diese „künstlichen Muskeln“ künftig Roboter antreiben, die sich geschmeidiger bewegen – etwa in der Medizintechnik oder kollaborativen Industrie.
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Buchtipp: Was wir wissen können
Ian McEwans neuer Roman „Was wir wissen können“ entwirft eine Zukunft, die aus unserer Gegenwart geboren ist – eine überflutete Erde, bevölkert von Menschen, die wissen, welche Chancen verpasst wurden. Eine Geschichte über Erinnerung, Schuld und die Frage, was bleibt, wenn Wissen nichts mehr nützt.
